Freitag, 11. August 2006
Hier kann man noch was lernen, Thema heute: "Der Duzfreund"
Um hier das Niveau zwischendurch hin und wieder noch zu heben, möchte ich die Gelegenheit nutzen, hier noch einen Begriff zu erklären, der uns tagtäglich beschäftigt und nervt (!).

Wer nicht weiß, was denn nun ein Duzfreund genau ist, wird hier nun viel schlauer:

Der Duzfreund bezeichnet im Deutschen eine Person, mit der einen über den beruflichen Umgang hinaus eine nähere oder freundschaftliche Beziehung verbindet. Duzfreund bezeichnet aber nicht etwa einen privaten Freund, den man duzt; einen (normalen) Freund Duzfreund zu nennen wäre ein Pleonasmus, denn mit Freundschaft geht praktisch automatisch auch die Sitte, einander zu duzen, einher. Einem Duzfreund steht man oft weniger nah als einem echten Freund.

Hintergrund ist der Usus, im Geschäftsleben oder der Politik einander zu siezen. Wenn sich über den rein geschäftlichen Kontakt hinaus eine gewisse Nähe entwickelt, werden auch Geschäftspartner oder Politiker beginnen, diese Nähe durch das Angebot des Du zu unterstreichen.

So sind Gerhard Schröder und Wladimir Putin Duzfreunde, weil sie sich über den Kontakt als Staatschefs hinaus gut verstehen. Dennoch hat Gerhard Schröder viele Freunde, die ihm näher stehen als der russische Präsident. Diese privaten Freunde würde man nicht als Duzfreunde, sondern einfach als Freunde bezeichnen.

Einen besonders engen Duzfreund (wiederum in Wirtschaft und Politik) nennen die deutschen Medien einen Intimfreund.

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